Bau deine eigene Rigole – Schritt-für-Schritt-Anleitung

So leitest du Regenwasser clever ab und schützt dein Grundstück vor Überflutung
Kanal
Kanal
7 min
Mit einer selbstgebauten Rigole kannst du Regenwasser nachhaltig versickern lassen und gleichzeitig das Grundwasser auffüllen. Unsere Schritt-für-Schritt-Anleitung zeigt dir, wie du dein eigenes Versickerungssystem planst, anlegst und pflegst – einfach, effektiv und umweltfreundlich.
Sina Kunz
Sina
Kunz

Bau deine eigene Rigole – Schritt-für-Schritt-Anleitung

So leitest du Regenwasser clever ab und schützt dein Grundstück vor Überflutung
Kanal
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7 min
Mit einer selbstgebauten Rigole kannst du Regenwasser nachhaltig versickern lassen und gleichzeitig das Grundwasser auffüllen. Unsere Schritt-für-Schritt-Anleitung zeigt dir, wie du dein eigenes Versickerungssystem planst, anlegst und pflegst – einfach, effektiv und umweltfreundlich.
Sina Kunz
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Eine Rigole ist eine einfache und effektive Möglichkeit, Regenwasser auf dem eigenen Grundstück zu versickern, anstatt es in die Kanalisation zu leiten. So wird das Grundwasser auf natürliche Weise aufgefüllt, und das öffentliche Abwassersystem wird entlastet – besonders bei Starkregen. In dieser Anleitung erfährst du Schritt für Schritt, wie du selbst eine Rigole anlegen kannst.

Was ist eine Rigole – und warum lohnt sie sich?

Eine Rigole ist im Grunde genommen eine unterirdische Versickerungsmulde, die mit Kies, Schotter oder speziellen Kunststoffelementen gefüllt ist. Sie nimmt Regenwasser von Dachflächen, Terrassen oder Einfahrten auf und lässt es langsam in den Boden einsickern.

Die Vorteile einer Rigole:

  • Du reduzierst das Risiko von Überschwemmungen auf deinem Grundstück.
  • Du kannst Abwassergebühren sparen, wenn du das Regenwasser vom Kanalnetz abkoppelst.
  • Du leistest einen Beitrag zum Umweltschutz und zur nachhaltigen Regenwasserbewirtschaftung.

Bevor du beginnst, solltest du prüfen, ob dein Boden für die Versickerung geeignet ist und welche Vorschriften in deiner Gemeinde gelten.

Schritt 1: Boden prüfen und Genehmigungen einholen

Bevor du mit dem Aushub startest, musst du herausfinden, ob dein Boden Wasser aufnehmen kann. Dazu führst du einen Versickerungstest durch: Grabe ein kleines Loch, fülle es mit Wasser und beobachte, wie schnell es versickert. Bleibt das Wasser lange stehen, ist der Boden zu dicht – dann ist eine Rigole nicht geeignet.

Erkundige dich außerdem bei deiner Gemeinde oder dem Bauamt, ob du eine Genehmigung benötigst. In vielen Bundesländern ist eine Anzeige oder Genehmigung erforderlich, wenn du Regenwasser vom Kanalnetz trennen möchtest. Dort erfährst du auch die geltenden Abstandsregeln zu Gebäuden, Grundstücksgrenzen und Brunnen.

Schritt 2: Größe der Rigole berechnen

Die Größe hängt davon ab, wie viel Regenwasser anfallen kann und wie schnell der Boden es aufnehmen kann. Als Faustregel sollte die Rigole das Wasser eines starken Regenschauers – etwa 25 bis 30 Millimeter Niederschlag – aufnehmen können.

Viele Wasserverbände und Kommunen bieten Online-Rechner an, mit denen du die erforderliche Größe bestimmen kannst. Du gibst Dachfläche, Bodenart und Abflussverhältnisse ein und erhältst ein passendes Volumen sowie eine Empfehlung für die Anzahl der Rigolenelemente.

Schritt 3: Materialien auswählen

Es gibt verschiedene Bauarten von Rigolen:

  • Kunststoffrigolen (Rigolenkörper) – leicht, platzsparend und mit hoher Speicherkapazität.
  • Kies- oder Schotterrigolen – klassische Variante, kostengünstig, aber mit größerem Platzbedarf.
  • Kombinierte Lösungen – z. B. Kunststoffelemente im Kern, umgeben von Kies für zusätzliche Stabilität.

Zusätzlich benötigst du:

  • Geotextil (Filtervlies), um die Rigole zu umhüllen und das Eindringen von Erde zu verhindern.
  • Rohre und Formstücke, um das Regenwasser von der Dachrinne zur Rigole zu leiten.
  • Sand und Kies, um den Untergrund zu ebnen und die Drainage zu verbessern.

Schritt 4: Aushub und Vorbereitung

Wenn du Standort und Größe festgelegt hast, kannst du mit dem Graben beginnen. Das Loch sollte etwas größer sein als die Rigole selbst, damit Platz für das Geotextil und eine Kiesschicht bleibt.

Achte darauf, dass die Rigole mindestens 3 bis 5 Meter vom Haus und 2 Meter von der Grundstücksgrenze entfernt liegt. Das Rohr vom Fallrohr zur Rigole sollte ein leichtes Gefälle haben – etwa 1–2 cm pro Meter –, damit das Wasser frei abfließen kann.

Lege eine Schicht Kies auf den Boden, um die Versickerung zu verbessern, und kleide dann die Grube mit dem Geotextil aus.

Schritt 5: Rigole einsetzen und anschließen

Baue die Rigolenelemente nach Herstellerangaben zusammen oder fülle die Grube mit Kies, wenn du eine klassische Variante wählst. Achte darauf, dass die Elemente stabil stehen und vollständig mit dem Geotextil umhüllt sind.

Verbinde das Zulaufrohr von der Dachrinne mit der Rigole. Es empfiehlt sich, ein Sandfang- oder Filterelement vor der Rigole einzubauen, damit Laub und Schmutz nicht in das System gelangen.

Wenn alles angeschlossen ist, decke die Rigole mit dem Geotextil ab und verfülle die Grube mit Erde. Du kannst darüber Rasen, Pflaster oder Kies anlegen – die Rigole bleibt unsichtbar unter der Oberfläche.

Schritt 6: Test und Wartung

Teste das System, indem du Wasser in das Fallrohr leitest. Das Wasser sollte gleichmäßig abfließen und im Boden versickern, ohne Pfützen zu bilden.

Eine Rigole ist weitgehend wartungsfrei, doch das Sandfangsystem sollte regelmäßig gereinigt werden. Prüfe außerdem, ob die Zuläufe frei sind. Wenn das Wasser nicht mehr richtig versickert, kann sich die Rigole mit Sediment zugesetzt haben – dann ist eine Reinigung oder Erneuerung nötig.

Eine nachhaltige Investition in dein Zuhause

Mit einer selbstgebauten Rigole investierst du in eine zukunftsfähige Lösung für dein Grundstück. Du schützt dein Haus vor Überflutung, entlastest die Kanalisation und unterstützt den natürlichen Wasserkreislauf. Mit etwas Planung und handwerklichem Geschick kannst du das Projekt selbst umsetzen – und dich über eine umweltfreundliche Lösung freuen, die viele Jahre funktioniert.