Zusätzlicher Abfluss in Hauswirtschaftsraum oder Werkstatt – so machen Sie es selbst

Praktischer Zusatz für mehr Komfort und Sicherheit in Ihrem Arbeits- oder Hauswirtschaftsraum
Kanal
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3 min
Ein zusätzlicher Bodenablauf kann die Reinigung erleichtern, Wasserschäden vorbeugen und Ihre Räume vielseitiger nutzbar machen. Erfahren Sie, wie Sie den Abfluss selbst planen, vorbereiten und fachgerecht installieren – Schritt für Schritt erklärt.
Rachel Hager
Rachel
Hager

Zusätzlicher Abfluss in Hauswirtschaftsraum oder Werkstatt – so machen Sie es selbst

Praktischer Zusatz für mehr Komfort und Sicherheit in Ihrem Arbeits- oder Hauswirtschaftsraum
Kanal
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3 min
Ein zusätzlicher Bodenablauf kann die Reinigung erleichtern, Wasserschäden vorbeugen und Ihre Räume vielseitiger nutzbar machen. Erfahren Sie, wie Sie den Abfluss selbst planen, vorbereiten und fachgerecht installieren – Schritt für Schritt erklärt.
Rachel Hager
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Hager

Ein zusätzlicher Bodenablauf im Hauswirtschaftsraum oder in der Werkstatt kann äußerst praktisch sein – besonders, wenn Sie häufig mit Wasser arbeiten, nasse Kleidung waschen oder Maschinen betreiben, die einen Abfluss benötigen. Er erleichtert die Reinigung, beugt Wasserschäden vor und sorgt für mehr Flexibilität bei der Raumgestaltung. Doch wie geht man vor, wenn man den Abfluss selbst einbauen möchte – und was darf man in Deutschland überhaupt selbst machen? Hier erfahren Sie Schritt für Schritt, wie Sie Ihr Projekt sicher und fachgerecht planen und vorbereiten.

Bevor Sie beginnen – kennen Sie die Vorschriften

In Deutschland dürfen Arbeiten an der Abwasserleitung, die an das öffentliche Kanalnetz angeschlossen ist, nur von einem zugelassenen Fachbetrieb ausgeführt werden. Das bedeutet: Die eigentliche Verbindung zum Kanal oder zur bestehenden Abwasserleitung muss ein Installateur oder Sanitärfachmann übernehmen. Sie dürfen jedoch viele vorbereitende Arbeiten selbst erledigen – etwa das Herstellen des Gefälles, das Einsetzen des Bodenablaufs oder das Betonieren des Bodens.

Informieren Sie sich vorab bei Ihrer Gemeinde oder dem örtlichen Bauamt, ob für die Änderung eine Genehmigung oder Anzeige erforderlich ist. Besonders bei Kellerräumen oder Umbauten kann eine wasserrechtliche Genehmigung notwendig sein.

Planung des Standorts

Die Position des neuen Abflusses hängt von der Nutzung des Raumes und den vorhandenen Leitungen ab. Im Hauswirtschaftsraum bietet sich ein Platz in der Nähe von Waschmaschine, Spülbecken oder Warmwasserbereiter an. In der Werkstatt kann ein zentraler Ablauf sinnvoll sein, damit Reinigungswasser gleichmäßig abfließt.

Achten Sie auf folgende Punkte:

  • Gefälle des Bodens: Der Boden sollte ein Gefälle von etwa 1–2 cm pro Meter in Richtung des Abflusses haben, damit das Wasser natürlich abläuft.
  • Zugänglichkeit: Der Ablauf sollte leicht erreichbar sein, um ihn regelmäßig reinigen zu können.
  • Nähe zu bestehenden Leitungen: Je kürzer die Verbindung zur vorhandenen Abwasserleitung, desto einfacher und kostengünstiger wird die Installation.

Die richtige Ablaufart wählen

Je nach Nutzung kommen verschiedene Ablaufarten infrage:

  • Bodenablauf mit Geruchsverschluss: Standardlösung für Hauswirtschaftsräume, verhindert unangenehme Kanalgerüche.
  • Ablauf mit Schlammfang oder Schmutzfang: Ideal für Werkstätten, in denen Schmutz, Sand oder Öl ins Abwasser gelangen können.
  • Ablauf mit Rückstauverschluss: Besonders wichtig in Kellern oder tieferliegenden Räumen, um Rückstau aus der Kanalisation zu verhindern.

Achten Sie auf hochwertige Materialien wie Edelstahl oder robusten Kunststoff, die zur Belastung und Bodenart passen.

Vorbereitung des Bodens

Wenn Sie den Ablauf in ein bestehendes Betonfundament einbauen möchten, gehen Sie folgendermaßen vor:

  1. Markieren Sie die Position des geplanten Ablaufs und schneiden Sie den Beton mit einer Trennscheibe oder einem Betonschneider auf.
  2. Entfernen Sie den Beton und graben Sie den Bereich für Ablauf und Rohrleitung aus. Planen Sie das Gefälle sorgfältig ein.
  3. Verlegen Sie das Abflussrohr mit einem Gefälle von mindestens 2 cm pro Meter in Richtung der bestehenden Leitung.
  4. Setzen Sie das Ablaufgehäuse so ein, dass es bündig mit der späteren Bodenoberfläche abschließt.
  5. Füllen Sie den Bereich mit Schotter oder Estrichbeton auf und glätten Sie die Oberfläche mit leichtem Gefälle zum Ablauf.

Nach dem Aushärten des Betons können Sie Fliesen oder eine andere Bodenbeschichtung aufbringen. Dichten Sie den Bereich um den Ablauf mit einer zugelassenen Dichtmasse ab, um Feuchtigkeitsschäden zu vermeiden.

Anschluss und Funktionsprüfung

Den Anschluss an die bestehende Abwasserleitung sollte ein zugelassener Installateur oder Sanitärfachbetrieb übernehmen. Er sorgt dafür, dass alle Verbindungen dicht sind und die Installation den geltenden Normen (z. B. DIN EN 12056) entspricht. Nach Abschluss der Arbeiten sollten Sie den Ablauf testen: Gießen Sie Wasser hinein und prüfen Sie, ob es gleichmäßig abfließt und keine Undichtigkeiten auftreten.

Pflege und Wartung

Damit der Ablauf dauerhaft funktioniert, ist regelmäßige Pflege wichtig. Entfernen Sie Haare, Schmutz und Seifenreste, und spülen Sie den Ablauf gelegentlich mit klarem Wasser durch. Wenn der Ablauf längere Zeit nicht benutzt wird, gießen Sie etwas Wasser nach, damit der Geruchsverschluss nicht austrocknet. Bei Abläufen mit Schmutzfang sollte dieser regelmäßig geleert werden.

Wann Sie besser einen Fachmann hinzuziehen

Auch wenn vieles in Eigenleistung möglich ist, gibt es Situationen, in denen Sie besser einen Fachbetrieb beauftragen sollten:

  • Wenn Sie bestehende Abwasserleitungen verändern oder erweitern.
  • Wenn der Raum unterhalb der Rückstauebene liegt (z. B. im Keller).
  • Wenn Sie unsicher sind, welches Gefälle oder welche Materialien geeignet sind.

Ein Fachmann kann Sie beraten, die Installation fachgerecht ausführen und sicherstellen, dass alle Vorschriften eingehalten werden.

Ein kleines Projekt mit großem Nutzen

Ein zusätzlicher Abfluss im Hauswirtschaftsraum oder in der Werkstatt ist ein überschaubares Projekt, das jedoch den Alltag deutlich erleichtern kann. Mit sorgfältiger Planung, den richtigen Materialien und etwas handwerklichem Geschick können Sie viele Arbeitsschritte selbst übernehmen – und am Ende von einer sauberen, sicheren und langlebigen Lösung profitieren.